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Hausrenovierung Wohnung EG

Da diese Wohnung meine Wohnung ist, wurde hier alles auf den Kopf gestellt. Die Wohnung sollte offen gestaltet werden, was bedeutete, das insgesamt drei tragende Wände durch Stahlkonstruktionen ersetzt werden mussten (siehe Gelb markierte Wände in der Zeichnung) , was den Statiker für die Berechnung der Statik etwas Kopfzerbrechen bereitete. Als Stromversorgung sollte nicht das übliche verwendet werden sondern das Bus-System KNX, mit dem später die Rollläden und das Licht teilweise automatisch gesteuert werden soll.


Da die Vormieter immer Probleme mit feuchten Räumen hatten, musste ich dem erstmal auf den Grund gehen. Zum Einen war das die Wohnzimmerwand zum Nachbarhaus, als auch die Wand im Esszimmer zum Nachbar. Hier habe ich den kompletten Putz der beiden Wände auf einer Höhe von 1m abgeschlagen. Als ich den Estrich im Wohnzimmer komplett entfernt hatte war klar woher die Nässe kam. Die Kellerdecke wurde mit normalen Styropor abgedeckt, auf dem dann der Estrich gegossen wurde. Die zweite nasse Stelle im Esszimmer kam vom Abwasserrohr aus dem beiden Badezimmern im ersten und zweiten Stock. Hier war der alte Tonbogen im Erdreich gebrochen und das Wasser ist im Fundament versickert und anschließend in die Wand gezogen.


Da somit das größte Problem gelöst war, konnte es an den eigentlichen Umbau gehen – Alles muss raus! Mit alles war gemeint- Alles!

Das Hauptwerkzeug während dieser Zeit waren Brecheisen, Vorschlaghammer, Bohrhammer und das über Tage. Einzelne Räume wurden zwischenzeitlich als Lagerplatz für Schutt und Abfall benutzt, da die An- und Ablieferung der Bauschuttkontainer permanent zeitlich hintendran war.


Nachdem alle Fußböden, Sockelleisten, Türen, Türrahmen, Holzdecken und deren Unterkonstruktion, Strom-, Wasser und Abwasserleitungen rausgerissen waren, habe ich versucht im späteren Arbeitszimmer den alten Dielenboden zu retten. Da dieser aber größtenteils morsch war blieb nichts anderes übrig als ihn rauszureisen und zu entsorgen. Übrig blieb am Ende nur noch der Sand auf dem Kellergewölbe. Mit extra Ausgleichsmaterial wurde auf dem Boden Zementplatten gelegt, da gegossener Estrich womöglich zu schwer für die Kellerdecke gewesen wäre.


Nachdem der Boden im Arbeitszimmer fertig war, ging es an die Vorbereitung der Wände die entfernt werden sollten. Hierzu wurde das komplette Haus vom Keller über alles drei Stockwerke an der mittleren tragenden Wand auf beiden Seiten komplett abgestützt und anschließend 1cm angehoben. Damit wurde der Druck (ca. 12t) von der Wand genommen. Auch die Decke zur Küchenwand im Eingangsbereich wurde abgestützt, da auch diese Wand entfernt werden sollte. Zwischenzeitlich wurde bereits eine Trennwand zum Esszimmer eingerissen, da der Platz zum Arbeiten benötigt wurde. Zum Schluß wurde der Durchgang von der Küche zum Esszimmer ebenso abgestützt, da hier der Sturz höher gesetzt werden sollte.

 


Nachdem alles vorbereitet war, wurde zuerst der Sturz von der Küche zum Esszimmer höher gesetzt. Dazu wurde der alte Sturz entfernt und neue KS-Steine als Schuh für den neuen Eisenträger gemauert. Ebenso wurde eine neu KS-Steinsäule am Kamin hochgemauert, der später den Holzbalken halten soll, der auf der Küchenwand zum Flur liegt. Danach wurde die Küchenwand rausgerissen und der Sturz ausgemauert.


Als diese Arbeiten abgeschlossen waren, ging es ans Eingemachte – Die tragende Wohnzimmerwand wurde entfernt…

… und das komplette Bad abgerissen!


Die Schuttberge wachsen und ein Kontainer nach dem Anderen rollt vom Hof


Als alle Wände rausgerissen waren und man von der Wohnzimmerwand an der Straßenseite komplett durch die ganze Wohnung laufen konnte ohne eine Wand im Weg zu haben, wurde einen Tag bevor die Stahlkonstruktion für die Wohnzimmerwand montiert wurde, das Fundament mit Spezialbeton gegossen. Dieser Beton kann nach einer Trockenzeit von nur wenigen Stunden weiterverarbeitet werden, brauch aber 14 Tage bis er komplette ausgehärtet ist.


Während das Fundament im Wohnzimmer unter der Stahlkonstruktion aushärtet wird das Badezimmer gemauert. Die Anlieferung des Badezimmers hat auch geklappt, so das direkt nach der Mauerarbeit das Badezimmer installiert werden kann.


Währenddessen das Badezimmer installiert wurde, ging die Elektroinstallation los. Durch das dass KNX Bus-System installiert wurde, mussten Unmengen an Kabel gezogen werden. Der Sicherungskasten für diese Wohnung wurde bereits vom geplanten Platz innerhalb der Wohnung nach unten in den Keller verlegt, da der Sicherungsschrank mittlerweile zum Schaltschrank gewachsen war und die gleiche Dimension hatte, wie der Schaltschrank für das restliche Haus.


Nachdem die Elektroinstallation abgeschlossen war, wurde der Estrich im Schlafzimmer und kleinen Flur gegossen, die Bodenplatten im Wohnzimmer, Esszimmer und der Küche verlegt, so wie die Decken abgehängt.


Nach monatelanger harter Arbeit ist es dann geschafft und die Wohnung ist, bis auf Kleinigkeiten, fertig. Und so sieht sie aus …